Flucht vom Galgenberg

Lesung mit Musik

Der französische Lehramtsstudent Septime Gorceix gerät im April 1915 in der Nähe von Verdun in deutsche Gefangenschaft.

Auf den Horror an der Front folgt die lähmende Eintönigkeit im Kriegsgefangenenlager auf dem Würzburger Galgenberg. Von 1915 bis 1917 blickt er durch Stacheldraht auf die Festung Marienberg und die Weinberge und kämpft mit Heimweh, Hunger und zermürbender Langeweile.

Aber auf die Dauer ist das Gefangenendasein nichts für den ebenso abenteuerlustigen wie patriotisch gesinnten jungen Franzosen, und so flieht er. Zweimal wird er wieder eingefangen, doch dann fasst er einen aberwitzigen Entschluss: Wenn schon die Schweiz nicht zu Fuß zu erreichen ist, vielleicht sollte man die Flucht einmal mit der Eisenbahn quer durch Österreich-Ungarn versuchen?

Zwanzig Jahre später zieht es ihn zurück, doch er stellt fest: Das Würzburg, das er 1935 wieder besucht, ist auf erschreckende Weise anders geworden…

 

In seinem Buch „Flucht vom Galgenberg“ hat Septime Gorceix 1930 seine Würzburger Jahre und die Fluchten geschildert. An diesem Abend lesen die Herausgeber Roland Flade und Hartmut Pürner, der das Buch auch aus dem Französischen übersetzt hat, Auszüge aus der deutschsprachigen Neuausgabe bei Königshausen & Neumann.

Die Cellistin Milena Ivanova spielt Musikstücke, die das kleine Orchester des Gefangenenlagers im Ersten Weltkrieg aufgeführt hat.