Oh nein, bloß kein fröhliches Kindertheater, könnte man freudlos grummeln, wäre man ein übel gelaunter, misstrauischer König, der an nichts seine Freude hat. Für alle humorbegabten Nicht-Monarchen aber gilt: nix wie hin ins Würzburger Theater am Neunerplatz zur wunderschönen Inszenierung von Robert Thayenthals Stück „Anna und der König, der aus dem Märchen fiel".
Die zehnjährige Anna beweist viel Mut, als sie einen verschossenen Ball aus einem düsteren, verlassenen Haus holen will. Dort trifft sie auf einen griesgrämigen, alten Mann, der behauptet 777 Jahre alt, und ganz nebenbei, Märchenkönig zu sein. Nach einem Streit mit seiner Prinzessin sei er aus dem Märchenbuch gefallen, erklärt er mürrisch aus seinem königlichen Rollstuhl heraus. Die aufgeweckte Anna fasst sich ein Herz und versucht, den misstrauischen König aufzuheitern. Sie bringt Ihn zum Lachen und behandelt seine Füße mit einfacher Wundsalbe, für den König freilich magische Zauberpaste. Und schliesslich verhilft Anna ihrem neuen Freund auch noch zurück ins Märchenbuch, zu seinem geliebten Aschenputtel.
„Anna und der König, der aus dem Märchen fiel" ist ein ungewöhnliches Theaterstück nicht nur für Kinder. Britta Schramms Inszenierung ist anrührend, jedoch nie rühselig und dabei einfach sehr lustig. Wolfgang Salomon trifft mit seiner Musik wie meistens den richtigen Ton und versteht, das Geschehen auf der Bühne kindgerecht, aber nicht verkitscht zu akzentuieren.
Ursula Salomons Königkostüm, das Sven Höhnke in eine Art menschlichen Königsberger Klops verwandelt, ist eine Wucht. Sven Höhnke steht diesmal als Akteur im eigenen Bühnenbild, spielt den König mit grantelnder Grandezza. Einfach köstlich, wenn er im sperrigen Königsrollstuhl herumpoltert oder in schepperndes Gelächter ausbricht. Franziska Stulle, die sich in weiteren Aufführungen mit den jungen Schauspielerinnen Anna-Katharina Schröder und Sophie Wehner abwechseln wird, zeigt als Anna viel Einfühlungsvermögen, ihr Spiel ist naseweis und pfiffig, wirkt aber nie aufgesetzt kindlich. „Anna und der König" nimmt Theaterbesucher ab sechs Jahren mit auf eine drollige, einfühlsame Reise in die Welt der Tagträume und der Fantasie.
27. April 2010
Main-Post-Kulturleben
Von Eva Werner.
Oh nein, bloß kein fröhliches Kindertheater, könnte man freudlos grummeln, wäre man ein übel gelaunter, misstrauischer König, der an nichts seine Freude hat. Für alle humorbegabten Nicht-Monarchen aber gilt: nix wie hin ins Würzburger Theater am Neunerplatz zur wunderschönen Inszenierung von Robert Thayenthals Stück „Anna und der König, der aus dem Märchen fiel".
Die zehnjährige Anna beweist viel Mut, als sie einen verschossenen Ball aus einem düsteren, verlassenen Haus holen will. Dort trifft sie auf einen griesgrämigen, alten Mann, der behauptet 777 Jahre alt, und ganz nebenbei, Märchenkönig zu sein. Nach einem Streit mit seiner Prinzessin sei er aus dem Märchenbuch gefallen, erklärt er mürrisch aus seinem königlichen Rollstuhl heraus. Die aufgeweckte Anna fasst sich ein Herz und versucht, den misstrauischen König aufzuheitern. Sie bringt Ihn zum Lachen und behandelt seine Füße mit einfacher Wundsalbe, für den König freilich magische Zauberpaste. Und schliesslich verhilft Anna ihrem neuen Freund auch noch zurück ins Märchenbuch, zu seinem geliebten Aschenputtel.
„Anna und der König, der aus dem Märchen fiel" ist ein ungewöhnliches Theaterstück nicht nur für Kinder. Britta Schramms Inszenierung ist anrührend, jedoch nie rühselig und dabei einfach sehr lustig. Wolfgang Salomon trifft mit seiner Musik wie meistens den richtigen Ton und versteht, das Geschehen auf der Bühne kindgerecht, aber nicht verkitscht zu akzentuieren.
Ursula Salomons Königkostüm, das Sven Höhnke in eine Art menschlichen Königsberger Klops verwandelt, ist eine Wucht. Sven Höhnke steht diesmal als Akteur im eigenen Bühnenbild, spielt den König mit grantelnder Grandezza. Einfach köstlich, wenn er im sperrigen Königsrollstuhl herumpoltert oder in schepperndes Gelächter ausbricht. Franziska Stulle, die sich in weiteren Aufführungen mit den jungen Schauspielerinnen Anna-Katharina Schröder und Sophie Wehner abwechseln wird, zeigt als Anna viel Einfühlungsvermögen, ihr Spiel ist naseweis und pfiffig, wirkt aber nie aufgesetzt kindlich. „Anna und der König" nimmt Theaterbesucher ab sechs Jahren mit auf eine drollige, einfühlsame Reise in die Welt der Tagträume und der Fantasie.